Tipps für Eltern


Leitfaden für "Lausige Zeiten"
Jeden Tag stecken sich in Deutschland Hunderte bis Tausende mit Kopfläusen an.
Der Begriff „Anstecken“ ist hier bewußt gewählt, denn jeder kann Läuse bekommen, genau wie eine Erkältung.
Läuse bekommen ist keine Schande und unabhängig von der persönlichen Sauberkeit!

Hauptgrund für die zunehmende Verbreitung ist, dass die Betroffenen zu wenig über die Übertragungswege, Vermehrung und Bekämpfung wissen.


Übertragung
Läuse werden von Mensch zu Mensch übertragen. Ansteckungsgefahr besteht überall dort, wo Köpfe nahe genug beieinander sind. Häufig werden Läuse in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder auch in öffentlichen Verkehrsmitteln übertragen.


Erste Anzeichen
Juckreiz ist häufig ein erstes Anzeichen für Läusebefall. Läuse ernähren sich von menschlichem Blut, stechen wie Mücken in die Haut und ebenso wie bei einem Mückenstich beginnt die Einstichstelle heftig zu jucken.

Erkennung
Beim geringsten Verdacht auf Läusebefall sollten Sie das Haar mit einem Kamm scheiteln und idealerweise mit einer Leselupe nachsehen. Sie werden entweder die Läuse selbst erkennen oder die ca. 0,8 mm großen Eier (Nissen), die nahe der Haarwurzel zu mehreren an einzelne Haare geklebt sind. Haben sich die Läuse stark vermehrt, sind sie mit bloßem Auge leicht zu erkennen. Vor allem findet man sie an den Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken. In blonden Haaren fallen die bräunlich bis rötlichen erwachsenen Tiere besonders auf, in dunklem Haar sind die weißlichen Nissen besser zu sehen.

Behandlung
Nach der Erkennung des Läusebefalls sollten Sie möglichst schnell eine Behandlung mit einem wirksamen Mittel beginnen. In der Apotheke erhalten Sie Präparate, die Kopfläuse schnell und wirksam beseitigen. Es gibt sowohl chemische als auch pflanzliche Produkte. Für eine erfolgreiche Behandlung beachten Sie bitte die Anweisung auf der Packungsbeilage oder lassen Sie sich beraten. Kinder im Säuglingsalter sollten Sie nicht selbst behandeln ohne zuvor den Kinderarzt zu fragen.

Kontrolle und Nachbehandlung
Kontrollieren Sie nach der Behandlung alle 2 Tage. Finden Sie lebende Läuse, ist eine zweite Behandlung erforderlich.
8-10 Tage nach der Behandlung haben sich aus den noch übrig gebliebenen Läuseeiern erneut Larven gebildet. Um ganz sicher zu gehen, sollte zu diesem Zeitpunkt eine zweite Behandlung erfolgen. In jedem Fall jedoch ist nach 8 Tagen eine sehr gründliche Kontrolle des Kopfes erforderlich.




Verbreitung verhindern
Informieren und untersuchen Sie gründlich alle Personen, die in letzter Zeit engen Kontakt zu der/dem Betroffenen hatten. Behandeln Sie bei dem Verdacht auf Befall diese Personen ebenfalls.

Der/Die Betroffene sollte enge Kontakt zu anderen Personen meiden.

Keine Haarbürsten und Kämme mit anderen gemeinsam benutzen, keine Kopfbedeckungen oder sonstige Kleidungsstücke austauschen, Garderobe separat hängen.

Um die Verbreitung und Übertragung von Läusen einzudämmen, bestimmt das Gesetz, dass von Läusen befallene Personen keine Gemeinschaftseinrichtungen wie z.B. Schulen und Kindergärten besuchen dürfen. Erst ein Attest über „Läusefreiheit“ vom Gesundheitsamt oder einem behandelnden Arzt hebt dieses Verbot wieder auf.


Reinigung und Vorsorge
Geeignete Entlausungsmethoden für Gegenstände sind:
- Erhitzen oder waschen bei 60°
- Tiefkühlen auf -20° für mindestens 2 Tage
- Isolieren in einem verschlossenen Plastiksack für mindestens 2 bis 4 Wochen bei Raumtemperatur
  (Läuse verhungern, wenn sie kein Blut saugen können, nach 1-2 Tagen - Nissen überleben erheblich länger)


Betroffen sein können:
- Kleidung, Handtücher, Bettwäsche
- Kämme und Bürsten
- bei Kindern wichtig: Kuscheltiere!
- Polstermöbel, Autositze